#2 – Born To Be Wild

Als Jugendlicher träumte ich vom Motorradfahren. Der Film „Easy Rider“ hat – wie so viele meiner Mitmenschen – auch mich tief beeindruckt.
Die Musik spielte dabei eine sehr große Rolle und solche Musik wollte ich auch so bald wie möglich machen.

Meine erste Band, etwa 1973 in Goslar. Matthias Witzig (links), Peter Blanke (rechts), Carsten Oelmann am Schlagzeug.

Mit fünfzehn gründete wir mit unserer sowie schon lange bestehenden Vierer-Clique unsere erste Band: zwei E-Gitarren, E-Baß und Schlagzeug. Die Kumpels nahmen es mit Freude und auch etwas Erleichterung auf, daß ich nach anfänglichem Interesse für die Gitarre schon bald ganz aus freien Stücken Baß spielen wollte…

Motorräder waren auf längere Sicht noch unerreichbar und solche der Marke „Harley-Davidson“ in Europa noch besonders exclusiv, insbesondere finanziell. Wir hatten in dem Alter gerade mal preisgünstige Mofas zusammengespart und würden ja noch auf längere Sicht Schüler bleiben, also konnten wir an „richtige Motorräder erst einmal nur träumen.
Solche phantasievollen Umbauten, wie sie in dem Film zu sehen sind – insbesondere die lange Vorderradgabel – waren noch auf lange Zeit nur in den USA erlaubt (wenn überhaupt).
Mit meinem damaligen Motorrad-Geschmack war ich ohnehin noch auf etwas anderes aus als eine „Harley“, obwohl ich mich auch für möglichst großvolumige Motoren begeistern konnte.

Die erste Kawasaki 750 H2 war zunächst mein Favorit, bald gefolgt von der damals sensationellen 900 Z1. Beide kamen Anfang der 1970er Jahre auf den Markt; ich glaube, die Z1 kam 1972 heraus. Die war kurz nach der 750er H2 wiederum erst einmal das hubraumstärkste und schnellste Serienmotorrad der Zeit.

Ich kaufte mir die Zeitschrift „Das Motorrad“ von meinem Taschengeld und verstand noch nicht viel. Ich wußte lange Zeit zum Beispiel nicht einmal, daß die 750er H2 ein Zweitakter ist – zu der Zeit gab es an Motorrädern noch diverse großvolumige Zweitaktmaschinen. Aber das wäre nichts für mich gewesen – schon garnicht, wenn ich jemals so eine Maschine hätte hören können. Das erste Mal, als ich eine H2 hörte, war ich tatsächlich überrascht von dem Zweitakt-Sound, den ich noch von alten Autos aus meiner Kinderzeit kannte – wie dem DKW „Junior“ („D.K.Wuppdich“) oder dem Goliath GP 700.
Das war nichts für mich.
Nun ja – von Ausnahmen abgesehen … aber darauf komme ich später zurück.
Auch ein temperamentvoller Vierzylinder, der sich um die 3000 U/min summend wohlfühlt und bei entschlossenem Gasgeben losbrüllt wie eine Kettensäge im Wald – das war nach anfänglicher Unschlüssigkeit ebenfalls nicht mein Traum. Viel eher ist es ein tieftönend und entspannt blubbernder Ein- oder Zweizylinder. Also eigentlich eine Frage der Selbsterkenntnis. Genau: meinen Stil fand ich nach einigen Umwegen erst viel später. Dabei ist das beim Motorrad vergleichsweise noch ziemlich einfach …

Nun – ich finde, die 900er Kawasaki Z1 ist auch heute noch ein schönes Krad.

Description KAWASAKI Z1 Date 3 November 2005 Source photo taken by Manju Author Manju Permission (Reusing this file - downloaded from Wikipedia) GFDL

Aber ich fing erst einmal kleiner an …

Das nächste Kapitel heißt „Dreirad“ und ist ⇒HIER zu finden.